In der vergangenen Woche präsentierte Google eine frühe Version von Chrome OS. Chrome OS ist ein schlankes Betriebssystem, basierend auf einem Linux Kernel und einem Web Browser (Chrome). Google versucht eine Nische zwischen Smartphone und Netbook zu finden und verzichtet komplett auf native Applikationen. Das Web bzw. die “Wolke” stehen hier ganz klar im Vordergrund.
Noch nicht ganz klar ist mir, wer die Zielgruppe sein soll. Die Idee eines schlanken Betriebssystems ist sehr löblich, aber letzten Endes setzt dieses Konzept voraus, dass ich permanent mit dem Internet verbunden bin, denn native Applikationen gibt es nicht und soll es wohl auch nicht geben! Nativer Code muss von Google signiert werden um unter Chrome OS laufen zu können. Somit lässt sich unter Chrome OS nicht einmal 1+1 addieren, ohne dass das Gerät eine Anfrage ins Netz bzw. an Google schickt.
Nun kann ich spontan einige Situationen nennen, in denen ich keine Internetverbindung habe, jedoch nicht auf die Funktionalität meines mobilen Begleiters verzichten möchte:
In der Bahn. (Zwar meistens UMTS oder EDGE, jedoch auch auf langen Strecken nicht durchgehend.)
Im Urlaub bzw. generell im Ausland aufgrund hoher Roaming-Kosten.
An öffentlichen Plätzen mangels Sicherheit. (Eine Hotspot-Nutzung ist aus Sicherheitsgründen für mich inakzeptabel. Man beachte, dass viele Informationen heute noch unverschlüsselt übertragen werden.)
Bei Freunden / Bekannten, die weder Breitband Internet, noch Access Point haben.
Mir ist ebenfalls nicht klar, weshalb Google hier so knallhart dieses Minimalprinzip durchsetzt. Die Idee, einen Teil der Anwendungen ins Netz zu verlagern ist prinzipiell nicht verkehrt, sollte aber auch nicht ad absurdum geführt und schon garnicht mit besserer Performance begründet werden. Viele Web Applikationen sind dank aufgeblähtem Java Script Code wesentlich hungriger auf CPU und RAM als ihre nativen Vertreter. Deshalb sollte Google meiner Meinung nach die Basics wie Mail Client, Instant Messenger, Text Editor, Rechner, Medienplayer etc. als native Programme mitliefern. Nun möchte ich hierüber auch nicht zu früh meckern, denn bei Apple war es anfangs mit dem iPhone auch nicht anders. Wir erinnern uns, dass das SDK und der App Store erst mit Firmware 2.0 kamen. Also freuen wir uns auf Chrome und (hoffentlich) eine neue Ära des mobilen Internets.
Hier noch eine Demo:
Wer gerne mag, kann das neue Betriebssystem jetzt bereits testen. Den Download und den Source Code gibt es unter http://www.chromium.org/.
Für 49,95 € bietet Tchibo einen UMTS-Surf-Stick an. Im Preis enthalten ist neben dem USB-Stick der erste Flatrate Nutzungs-Monat. Wer die Datenflat darüber hinaus nutzen möchte zahlt günstige 19,95 € pro Monat. Tchibo nutzt hierfür das O2-Netz, welches bereits in großen Teilen HSDPA Geschwindigkeit verspricht.
Allerdings darf man auch hier den Begriff Flatrate nicht all zu wörtlich nehmen, da Tchibo nach 10GB Übertragungsvolumen die Geschwindigkeit wieder auf GPRS Niveau reduziert. Es darf aber nicht unerwähnt bleiben, dass es sich bierbei um das bislang beste Angebot handelt. Wer Interesse an der mobilen Datennutzung hat und weiß, dass er/sie sich in einem durch O2 versorgten Gebiet aufhält, kann getrost zugreifen!
Nach Angaben der Kundenbetreuung erfolgt die Abrechnung im Prepaid Verfahren.
Wer ein Blog auf Serendipity Basis betreibt, kann mit dem Plugun “Serendipity Mobile Plugin / XHTML MP / iPhone” alle Inhalte optimiert für mobile Endgeräte ausgeben lassen. Das Plugin nimmt eine intelligente Browseranpssung der Inhalte für die weit verbreiteten Plattformen bzw. XHTML fähige mobile Browser vor. Das Plugin kann manuell und über SPARTACUS direkt aus Serendipity heraus installiert werden!
Die beiden Prepaid Anbieter Simyo und Blau Mobilfunk bieten ab sofort eine mobile “Datenflat” an. “Datenflat” in Anführungszeichen, weil es sich wie in den meisten Fällen nicht um eine richtige Flatrate handelt, sondern um einen Volumentarif der von den jeweiligen Marketingabteilungen, weshalb auch immer, als Flatrate verkauft wird.
Nichts desto trotz ist das Angebot sehr attraktiv! Der Kunde erhält 1GB Traffic für nur 10,-€ monatlich. Da es sich wie eingangs erwähnt um Prepaid Anbieter handelt, entfällt die meist übliche 24-monatige Vertragslaufzeit. Der Tarif ist somit besonders für Einsteiger und Interessierte zu empfehlen, da man für 10,- € bequem einen Monat lang das mobile Internet testen kann und nicht gleich für 24 Monate gebunden ist. 1GB Übertragungsvolumen sollte locker für die üblichen Anwendungsfälle wie E-Mail, surfen und chatten ausreichen. Wenn Webradio und Youtube ins Spiel kommen, könnte es allerdings eng werden.
Einziger Wermutstropfen: Beide Anbieter nutzen das E-Plus Netz, dessen UMTS Ausbau den übrigen Netzbetreibern weit hinterher hinkt und lediglich Datenraten von 384Kbit im Downstream bietet.
Fazit: Ein sehr attraktives Angebot für Einsteiger und Normalnutzer. Wenn man sich überwiegend in von E-Plus mit UMTS versorgten Gebieten aufhält und mit Datenraten von 384Kbit/s (ca. 48KB/s) gut leben kann, sollte man zuschlagen. Für 10,-€ monatlich handelt es sich hierbei um das derzeit beste Datenangebot!
UPDATE: Simyo hat sich nach einigen Protesten nun entschieden von dem Begriff “Flatrate” Abstand zu nehmen und das Angebot als Handy-Internetpaket 1GB zu vermarkten. Das ist ein guter Schritt in Richtung Kundenzufriedenheit!
Man denkt ja gerne nur an die negativen Dinge (die technischen Grenzen des letzten Teils) – und dabei vergisst man die positiven Effekte. Ein Handy kann einiges besser als der PC!
Eine mobile Präsenz sollte idealerweise nicht nur einer herkömmlichen Webseite gleichen, sondern die Möglichkeiten eines Mobiltelefon voll ausschöpfen. Denn der Besucher hat ein mächtiges Gerät in den Händen:
location-awarness
Leite den Besucher zum einem nahen Ladengeschäft; biete Sonderangebote an, wenn der Besucher nah ist; mache spezielle, regionale Angebote
Telefon
Bitte ein Rückruf Link an (der idealerweise unmittelbar ausgeführt wird)
Kamera
Lasse Bilder von Besuchern hochladen und biete eine Verlosung etc. an
SMS
Perfekt für direktes Feedback oder um Informationen an Bekannte weiterzuleiten
Musik
Biete Klingeltöne oder Musikstücke an
Kalender
Termine können direkt und automatisiert eingetragen werden
Micropayment
Es kann sofort bezahlt werden. Perfekt!
Es gibt quasi unendliche Möglichkeiten. Mit etwas Kreativität kann eine eindrucksvolle Kampagne entwickelt werden.
Und wer diese nicht besitzt kann immer noch Hilfe rufen – zum Beispiel die mobilen Berater!
Die E-Plus Gruppe hat mit Beta2go eine offene Plattform für mobile Anwendungen geschaffen. Entwickler haben hier die Möglichkeit, innovative Ideen und Konzepte in Form von Beta-Software oder mobilen Webanwendungen einer affinen Zielgruppe zugänglich zu machen, um so den potentiellen Erfolg einer Markteinführung abschätzen zu können. Der Dienst kann über folgende URL aufgerufen werden: http://beta2go.de/de/.
Das Angebot soll sich vor allem an affine Nutzer richten und alle Genres bedienen. Von Handy Spielen über Flirt- und Community-Dienste bis hin zur mobilen Navigation oder Fahrplanauskunft soll früher oder später möglichst alles zum Portfolio gehören. Zum normalen Internetauftritt wurde zusätzlich noch ein mobiles WAP-Portal geschaffen, dessen Nutzung für E-Plus Kunden kostenlos ist. Die Anwendungen können direkt über den WAP-fähigen Browser ohne Umwege aufs Handy geladen werden. Um langfristig die Qualität der Inhalte sicherzustellen, hat E-Plus eine Bewertungsfunktion eingerichtet. Nutzer können einer Anwendung bis zu 5 Sterne geben.
Zum Start hat beta2go 3 mehr oder weniger attraktive mobile Anwendungen im Angebot. Das ist leider zu wenig, wenn die Plattform nicht wieder nach 14 Tagen in Vergessenheit geraten soll. Zum Vergleich: Der iTunes AppStore von Apple ist mit ca. 800 Applikationen gestartet und bietet beim täglichen stöbern immer wieder etwas neues. Genau dieses Erlebnis macht den Reiz einer solchen Plattform aus und entscheidet langfristig über Erfolg oder Misserfolg. Ohne Applikationsvielfalt -> keine Nutzer. Ohne Nutzer -> keine Entwickler!
Ein häufiger Fehler in der Entwicklung mobiler Seiten ist die 1 zu 1 Portierung von herkömmlichem Content.
Aber welcher mobile Besucher will durch 7-stufige Menüs navigieren oder den vollständigen Finanzbericht von 2007 lesen?
Es gilt also einige Dinge zu beachten, ein mobiler Besucher will normalerweise:
Schnellen Zugriff auf relevante Informationen
Keine langen Texte, große Bilder und wenige Klicks zum Ziel
Content für mobilen Zugriff optimiert
Idealerweise location-awareness der Seite
Prinzipiell ist ein Plugin, welches bisherigen Content automatisiert für mobile Geräte übersetzt, sicherlich nichts falsches. Allerdings sollte man eben auch den Content selber anpassen. Oder noch besser: eine reine mobile Präsenz aufbauen.
Im nächsten Beitrag werde ich auf technische Grenzen und Möglichkeiten eingehen.